Somajeh-Cathrin Noheh-Khan
Unternehmenskommunikation

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Fortsetzung von I-CARE dank vielfältiger, positiver Rückmeldungen

Innovatives Aktivierungsprogramm für Menschen mit Demenz

Das Forschungsprojekt I-CARE zur individuellen Aktivierung von Menschen mit Demenz, das am 01.11.2015 startete und bis zum 31.10.2018 läuft, ist so erfolgreich, dass es fortgesetzt werden soll. Dabei handelt es sich um ein Aktivierungsprogramm auf einem tragbaren Computer („Tablet-PC“) für Menschen, die an Demenz erkrankt sind und ihre Angehörigen. Auf dem Tablet-PC werden z.B. Musikvideos zum Mitsingen, Fotografien zur Erinnerungspflege, Rätsel und Spiele zu verschiedenen Interessensgebieten gezeigt. Das Ziel von I-CARE ist, mehr Freude in das Leben der betroffenen Personen zu bringen. Außerdem wird betreuenden Angehörigen durch die Förderung von Selbsthilfe in der Nachbarschaft eine Entlastungsmöglichkeit geboten.

Eine Gruppe von Menschen steht zusammen und lächelt in die Kamera.

Drei Menschen stehen zusammen vor Roll-ups.Die vielfältigen, positiven Rückmeldungen zum I-CARE-Programm stützten den Entschluss, die Nutzung des mit Hilfe der Projektteilnehmenden ausgearbeiteten Prototyps im Laufe der nächsten Monate auch für weitere Interessierte zu öffnen. Somit können Menschen mit Demenz und geschulte Begleitpersonen aus dem Kreis der Angehörigen, ehrenamtlich Tätigen oder professionellen Betreuungskräfte das Aktivierungsprogramm auch zukünftig nutzen.

Stuhlreihen mit Menschen, die sich eine Präsentation von einer Frau ansehen.

Mit Hilfe der Studienteilnehmenden sind wertvolle Beobachtungen und Daten erhoben worden, mit denen die Aktivierung von Menschen mit Demenz in Zukunft besser untersucht und verstanden werden kann. „Die Ergebnisse belegen, dass die Nutzung technischer Unterstützungen zur Versorgung von Menschen mit Demenz große Potentiale birgt.“, erklärte Clarissa Simon, Prokuristin der AWO Karlsruhe und I-CARE-Projektleitung. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in der Durlacher Karlsburg stellte Prof. Tanja Schulz, Leitung des Cognitive Systems Lab der Universität Bremen, die Forschungsergebnisse vor. Prof. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg und Mitglied des Deutschen Ethikrates, reflektierte über die Bedarfe und Chancen im Kontext von Demenz, Technik und Ethik im Projekt.

Ein zentraler Effekt der Nutzung des I-CARE-Programms ist, dass Gelegenheiten zur Kommunikation auf Augenhöhe gefördert werden und dieser (nicht immer verbale) Dialog durch Themenvorschläge des Tablets erleichtert wird. Die demenzkranken Teilnehmenden sind während der Sitzungen kommunikativer und aktiver und ihre sozialen Kompetenzen treten gerade in den Aktivierungsgruppen besser zu Tage. Nach ersten Schulungen benutzen sie das Tablet mit Unterstützung durch eine Begleitperson, aber auch unabhängig von den Sitzungen, die Projektmitarbeitende begleiten, kommt das Tablet bei den Menschen mit Demenz zum Einsatz.

Ein Mann steht vor Reihen mit Stühlen auf denen Menschen sitzen und gestikuliert.

Auswirkungen der Aktivierung gibt es zum Teil auch außerhalb der Nutzungszeit des Tablets. Die Teilnehmenden freuen sich auf die regelmäßige Beschäftigung mit dem Aktivierungsprogramm und die damit verbundene Unterstützung bei der Kommunikation mit ihren Angehörigen. Zudem können sich einige betroffene Personen an Eindrücke vergangener Aktivierungssitzungen erinnern. Den Begleitpersonen gelingt durch die gemeinsame Beschäftigung mit I-CARE eine realistischere Einschätzung vorhandener Defizite, aber auch Potentiale der erkrankten Person.

 

 

Ein Mann und eine junge Frau stehen zusammen mit einer Sonnenblume neben einem Flügel in einem Saal.Der Aktivierungskatalog wird stetig weiterentwickelt. Dabei hat sich ein Angebot bewährt, welches sowohl alltägliche Themengebiete (z.B. Tiere, Jahreszeiten etc.), als auch lebensweltlich Bekanntes (z.B. Musik der 80ger, zeithistorische Themen, Redewendungen etc.), sowie persönlich relevante Themen (z.B. zum Wohnort, eigene Hochzeit, Familienfotos etc.) aufbereitet. Eine individuell zugeschnittene Mischung aus Materialien zur Biografie- und Erinnerungsarbeit (z.B. Bilder, Videos, vorgetragene Texte) und interaktiven Aktivierungsinhalten (z.B. Sprachrätsel, Memory) wird besonders gut angenommen.

Menschen stehen an einem Tisch und schauen auf einen Tablet-PC

Die folgenden Verbundpartner sind, neben der AWO Karlsruhe, an dem Projekt beteiligt: Cognitive Systems Lab der Universität Bremen, Institut für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Media4Care GmbH, Videmo Intelligente Videoanalyse GmbH & Co. KG, Topsystem Systemhaus GmbH, Anasoft Technology AG. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunktes „Pflegeinnovationen für Menschen mit Demenz“ gefördert.

 

 

2018-10-29T14:52:59+00:00 Aktuelles, I-CARE Projekt|