In der Pflege ist der Alltag oft durchgetaktet. Doch in unserem Seniorenzentrum Grünwinkel wurde dieser Takt neulich von etwas ganz Besonderem unterbrochen: sanfter Klaviermusik. Joey, der bei uns eigentlich seinen Freiwilligendienst in der Küche leistet, hat kurzerhand die Schürze gegen die Klaviertasten getauscht. Während nebenan das Mittagessen vorbereitet wurde, schenkte er unseren Bewohner*innen eine musikalische Überraschung am Morgen. Zwischen Kaffeeduft und dem leisen Klappern der Tassen füllten seine Melodien den Raum. Wer den Saal betrat, spürte sofort: Hier wird nicht einfach nur gefrühstückt – hier fängt der Tag mit Herz an.
Ein Stück Normalität und Würde
Für die Generation der eigenen Eltern – Menschen, die oft mit Musik und einer klaren Tagesstruktur aufgewachsen sind – ist das weit mehr als Unterhaltung. Musik ist ein Türöffner. Sie weckt Erinnerungen an früher, sie beruhigt und sie schafft Gesprächsstoff. „Man merkt, wie die Anspannung abfällt“, beobachtet das Team vor Ort. Wer den Klängen lauscht, verweilt länger, lächelt der*dem Nachbarin*Nachbarn zu oder summt leise mit.
Pflege, die den Menschen sieht
Was hier beim Frühstück entsteht, lässt sich fachlich als emotionale Aktivierung und soziale Teilhabe beschreiben. Für unsere Bewohner*innen ist es vor allem ein Gefühl von Vertrautheit und Würde. Musik schafft Nähe, ohne etwas zu verlangen. Sie ordnet den Morgen, schenkt Ruhe und verbindet Menschen miteinander. Dass solche Momente im Seniorenzentrum Grünwinkel Platz haben, zeigt, wie Pflege bei der AWO Karlsruhe verstanden wird: aufmerksam, menschlich und offen für das, was den Alltag leichter macht. Und manchmal genügt dafür ein Klavier, ein offenes Ohr – und ein Morgen, der sanft beginnt.
Januar 2026


