Wir haben die CO₂-Bilanzierung unserer Kindertagesstätten abgeschlossen. Damit liegt erstmals eine belastbare Datengrundlage vor, um Klimaschutz in den Kitas systematisch, nachvollziehbar und schrittweise voranzubringen. Die CO₂-Bilanzierung ist kein Selbstzweck. Sie schafft Transparenz darüber, wo Emissionen entstehen, und ermöglicht es, gezielt Maßnahmen zu entwickeln. Klimaschutz wird so als überprüfbarer Prozess verstanden, der im Alltag sozialer Einrichtungen ansetzt.

Warum Klimaschutz soziale Einrichtungen betrifft

Soziale Einrichtungen stehen in besonderer Verantwortung. In Kitas, Pflegeeinrichtungen und besonderen Wohnformen wirken sich die Folgen des Klimawandels unmittelbar aus. Hitzeperioden, veränderte Umweltbedingungen und steigende Belastungen treffen Kinder, ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen besonders stark. Klimaschutz ist für die AWO Karlsruhe deshalb kein Zusatz, sondern Teil ihres sozialen Auftrags. Nachhaltigkeit wird hier als Verbindung von ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit verstanden.

Die Rolle des AWO Bundesverbands

Als Teil der Arbeiterwohlfahrt ist die AWO Karlsruhe in eine bundesweite Verbandsstruktur eingebunden. Der AWO Bundesverband fungiert als Dachorganisation und entwickelt fachliche Leitlinien, Qualitätsstandards und Nachhaltigkeitsziele für die Einrichtungen vor Ort. Diese bundesweiten Impulse werden von den Kreisverbänden aufgegriffen und konkret umgesetzt. Die CO₂-Bilanzierung der Kitas ist ein Beispiel dafür, wie übergeordnete Zielsetzungen in lokales Handeln übersetzt werden.

Gruppenfoto der Leitungen der AWO-Kindertagesstätten auf einer Treppe in der Geschäftsstelle. Sie halten ihre CO₂-Zertifikate in den Händen. Links stehen Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe, und Dorothée Eby aus dem Klimaschutzmanagement. In der oberen Mitte sind Esther Marggrander, Geschäftsbereichsleitung Kitas, und Lucie Adamek aus dem Klimaschutzmanagement zu sehen.

Die Leitungen der AWO-Kitas erhalten ihre CO₂-Zertifikate. Links: Geschäftsführer Markus Barton und Dorothée Eby, Klimaschutzmanagement. In der oberen Mitte: Esther Marggrander, Geschäftsbereichsleitung Kitas und Lucie Adamek Klimaschutzmanagement.

Was bei der CO₂-Bilanzierung erfasst wurde

Im ersten Schritt wurden die Treibhausgasemissionen der AWO-Kitas systematisch erhoben. Betrachtet wurden vier zentrale Bereiche, die für soziale Einrichtungen besonders relevant sind. Dazu zählen die Gebäudeenergie, etwa Heizung und Stromverbrauch, die Mobilität, zum Beispiel Dienstfahrten und Arbeitswege, die Verpflegung sowie der Materialverbrauch. Diese Bereiche prägen den ökologischen Fußabdruck von Kitas maßgeblich und bieten zugleich konkrete Ansatzpunkte für Veränderungen.
Die Bilanzierung macht sichtbar, wo Emissionen entstehen und in welchen Bereichen Handlungsspielräume bestehen. Für nahezu alle Kitas liegen die Ergebnisse inzwischen vor. Die dazugehörigen Zertifikate dokumentieren den jeweiligen Ist-Stand und bilden die Grundlage für weitere Schritte.

Von der Analyse zu konkreten Maßnahmen

CO₂-Bilanzierung allein reduziert noch keine Emissionen. Entscheidend ist, was aus den Ergebnissen folgt. Parallel zur Datenerhebung fanden und finden deshalb Workshops in den Kitas statt, auch im Jahr 2026. In diesen Workshops werden die Ergebnisse verständlich aufbereitet und gemeinsam mit den Teams diskutiert. Ziel ist es, realistische und alltagstaugliche Maßnahmen zu entwickeln, die zu den jeweiligen Rahmenbedingungen passen.
So wird Klimaschutz zu einem gemeinsamen Prozess. Pädagogische Fachkräfte, Leitungen und weitere Mitarbeitende bringen ihr Wissen aus dem Alltag ein und entwickeln Lösungen, die langfristig tragfähig sind. Klimaschutz wird damit Teil des pädagogischen und organisatorischen Handelns und nicht als zusätzliche Belastung verstanden.

Klimaschutzmanagement als verbindendes Element

Die Ergebnisse der CO₂-Bilanzierung, die identifizierten Handlungsfelder und die daraus abgeleiteten Maßnahmen fließen in das Klimaschutzkonzept der AWO Karlsruhe ein. Dieses Konzept soll bis Anfang 2027 vorliegen und eine langfristige Strategie für den weiteren Weg beschreiben. Es verbindet Analyse, Maßnahmenentwicklung und Umsetzung. Um diesen Prozess zu koordinieren und dauerhaft zu verankern, wurde im Mai 2025 eine Stelle für das Klimaschutzmanagement bei der AWO Karlsruhe geschaffen. Die Aufgabe des Klimaschutzmanagements ist es, die verschiedenen Bausteine zusammenzuführen, Fortschritte zu begleiten und Klimaschutz strukturell in der Organisation zu verankern. Die Stelle wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Klimaschutz als langfristige Aufgabe

Mit der abgeschlossenen CO₂-Bilanzierung der Kitas hat die AWO Karlsruhe einen wichtigen Schritt getan. Transparenz schafft Orientierung. Auf dieser Basis können Maßnahmen geplant, überprüft und weiterentwickelt werden. Klimaschutz wird so zu einer dauerhaften Aufgabe, die eng mit der Verantwortung für Kinder, Familien und Mitarbeitende verbunden ist und Schritt für Schritt im Alltag sozialer Einrichtungen umgesetzt wird.

Logoleiste mit dem Bundesadler und dem Schriftzug „Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit“ sowie dem Logo der „Nationalen Klimaschutzinitiative“. Darunter der Hinweis: „Gefördert durch aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“.