08.08.2026 /AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH

Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Therapiehund ist Fjuri nun regelmäßig in der wöchentlich stattfindenden Gruppe der ambulanten Jugendhilfeeinrichtung Luzie im Einsatz. Viele der Jugendlichen kennen ihn bereits aus Einzelgesprächen, Begrüßungssituationen oder kleineren Einsätzen. Nun erweitert er seine unterstützende Rolle auch in der Gruppenarbeit.

Bei einem Gruppentreffen im Juli stärkten sich die jungen Frauen zunächst mit einem gemeinsam vorbereiteten Nudelsalat und nutzten die Zeit für den Austausch über Alltagsthemen. Anschließend besprachen und vertieften die Betreuerinnen gemeinsam mit den Jugendlichen die wichtigsten Regeln im Umgang mit Fjuri und mit Hunden im Allgemeinen.

Dabei hatte auch Fjuri seinen ganz eigenen Anteil: Mithilfe spezieller Buttons „erklärte“ er die besprochenen Regeln selbst, indem er sie mit der Pfote auslöste. So erinnerte er beispielsweise daran, dass er nur nach Rücksprache mit seiner Besitzerin Leckerlis erhalten darf, worauf beim Streicheln zu achten ist und dass sein Platz als Rückzugsort respektiert werden muss.

Bereits in Begrüßungssituationen, spontanen Begegnungen sowie in Einzelterminen hat Fjuri gezeigt, welchen positiven Beitrag ein Therapiehund in der pädagogischen Arbeit leisten kann. Er erleichtert den Kontakt zu den Klientinnen, schafft eine entspannte Atmosphäre und hilft dabei, vorhandene Ressourcen sichtbar zu machen. Gerade Jugendlichen, denen der Zugang zu Angeboten der Jugendhilfe schwerfällt, erleichtert er das Ankommen und kann als „Eisbrecher“ einen ungezwungenen Gesprächseinstieg ermöglichen.

Darüber hinaus unterstützt Fjuri den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Fachkräften und Klientinnen. Seine ruhige und zugewandte Art kann zur emotionalen Regulation beitragen und den Jugendlichen helfen, sich auf belastende Themen wie familiäre Konflikte oder die Reflexion des eigenen Verhaltens einzulassen. In einzelnen Situationen wurde Fjuri auf den Schoß der Jugendlichen gelegt, sodass sie während des Streichelns über schwierige Erfahrungen und Konflikte sprechen konnten. Der körperliche Kontakt mit dem Hund vermittelte dabei Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit.

Der Umgang mit Tieren fördert zudem wichtige soziale und persönliche Kompetenzen wie Achtsamkeit, Geduld und Rücksichtnahme. Diese Fähigkeiten können gemeinsam eingeübt und auf andere Lebensbereiche übertragen werden, beispielsweise im Umgang mit Ängsten und Stress oder im sozialen Miteinander innerhalb der Gruppe.

Auch spielerische Elemente finden ihren Platz: Das Tic-Tac-Toe-Spiel mit Fjuri wird genutzt, um nach belastenden Gesprächen einen positiven Abschluss zu schaffen oder einen lockeren Gesprächseinstieg zu ermöglichen.

Nicht zuletzt stärkt die gemeinsame Arbeit mit dem Therapiehund die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen. Durch das Einüben kleiner Tricks erleben sie unmittelbar, dass Fjuri auf ihre klaren und ruhigen Anweisungen reagiert. Gleichzeitig reflektieren sie ihr eigenes Auftreten und erfahren, wie ihre Körpersprache und ihr Verhalten auf andere wirken – eine Erfahrung, die auch im zwischenmenschlichen Miteinander von großer Bedeutung ist.