29.09.2026 / AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH

Unsere Pflegeeinrichtungen und -dienste  beteiligten sich an der landesweiten Aktionswoche „Das leere Pflegebett“. Mit leeren Pflegebetten, Aktionsplakaten und Motiven an Dienstfahrzeugen machten sie die Kampagne auch in Karlsruhe und der Region sichtbar.

Die Bildstrecke zeigt Aktionen in unserem Haus am Blumentor, im Seniorenzentrum Grünwinkel und der Sozialstation, im Anna Leimbach Haus, im Hanne-Landgraf-Haus, im Seniorenzentrum Knielingen sowie im Seniorenzentrum Berghausen.

Haus am Blumentor

Worum es bei der Aktion geht

Hinter der Aktion steht die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg. Sie ist ein Zusammenschluss von elf Verbänden der freien Wohlfahrtspflege. Die AWO ist über die Bezirksverbände Baden und Württemberg in der Liga vertreten.

Mit der Kampagne macht die Liga auf Risiken aufmerksam, die sie im Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) der Bundesregierung sieht. Das leere Pflegebett steht symbolisch für ihre Sorge, dass die Pflegeinfrastruktur ausgedünnt werden und es künftig weniger Betten und Angebote geben könnte. Die AWO Karlsruhe greift den gemeinsamen Appell  auf, um auf mögliche Folgen für Pflegeangebote und die Versorgung in der Region aufmerksam zu machen.

Die Liga kritisiert unter anderem die geplanten Änderungen beim Entlastungsbetrag. Für die Pflegegrade 2 bis 5 soll er nach Darstellung der Liga durch ein Sozialraumbudget ersetzt werden, das nur für ehrenamtliche und nachbarschaftliche Angebote eingesetzt werden könnte. Für Pflegegrad 1 soll der Anspruch ganz entfallen. Professionelle Unterstützung durch ambulante Pflegedienste sowie Tages- und Kurzzeitpflege wäre dann nicht mehr über dieses Budget finanzierbar.

Außerdem wendet sich die Liga gegen die geplante vierjährige Aussetzung der Tariftreue-Regelungen und ihrer Refinanzierung sowie gegen die Begrenzung von Vergütungssteigerungen. Sie kritisiert auch die vorgesehene Streichung der Pflegeberatung durch ambulante Dienste zugunsten einer neuen Pflegebegleitung und die Schwächung der Kurzzeitpflege durch ein reduziertes Überbrückungsbudget.

Die Liga hält eine Pflegereform für dringend nötig, fordert aber, die aus ihrer Sicht kritischsten Regelungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren grundlegend zu korrigieren.

Quelle für den Kampagnenhintergrund: Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg.