
Aus der Praxis
Ein zehnjähriges Mädchen, das in der Schule nicht spricht, beginnt bei Übungen mit Dante leise zu sprechen. Sie führt den Hund, spricht über seine Bedürfnisse und entdeckt dabei den Zugang zu ihren eigenen.
Ein elfjähriger Junge mit häufigen Wutausbrüchen lernt, Grenzen zu setzen: „Was mag Dante? Wann braucht er Ruhe? Und wann brauche ich sie selbst?“
Spaziergänge mit dem Hund stärken sein Selbstvertrauen und zeigen ihm, wie es sich anfühlt, Verantwortung zu übernehmen.
Auch in Gruppen wirkt Dante: Kinder aus armutsbetroffenen oder sehr belasteten Familien üben mit ihm Empathie, Teamgeist und Rücksichtnahme.

Die bisherigen Beobachtungen zeigen deutliche Effekte:
- es entwickelt sich eine bessere Emotionsregulation und weniger impulsives Verhalten
- er ist ein großer Motivator
- Erhöhung des Selbstvertrauens und der Selbstwirksamkeit
- die Kinder zeigen eine höhere Kooperationsbereitschaft in Gruppensituationen
- die sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten, besonders bei schüchternen Kindern, nehmen deutlich zu
Dante schafft Zugänge, wo Worte allein nicht reichen. Er übersetzt Anspannung in Ruhe, Unsicherheit in Nähe. Seine Wirkung ist leise – aber nachhaltig. Das Projekt „Tiergestützte Interventionen mit dem Therapiebegleithund Dante“ zeigt, wie Beziehung als Lernfeld genutzt werden kann, wenn Mensch und Tier partnerschaftlich zusammenwirken. Es eröffnet Kindern Wege, sich selbst zu spüren, Emotionen zu benennen und Vertrauen zu entwickeln – zentrale Voraussetzungen für Stabilität und Entwicklung.
November 2025