17.03.2026 / AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH
Vier Jahre lang unterstützte die AWO Karlsruhe gemeinsam mit der Stadt Geflüchtete aus der Ukraine. Nun endet die Hilfe in ihrer bisherigen Form.
Mit einer feierlichen Veranstaltung hat die AWO Karlsruhe gemeinsam mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Kooperationspartner*innen die Ukrainehilfe verabschiedet. Zum 31. März 2026 endet das Angebot, da die Stadt Karlsruhe die Aufgabe künftig selbst übernimmt.
Unter den Gästen waren auch Vertreter der Stadt Karlsruhe, darunter Jonas Rohleder, Philipp Trayer und Frank Schwenke. Eingeladen waren außerdem ehemalige hauptamtliche Mitarbeitende, frühere Ehrenamtliche, Kooperationspartner*innen aus Ämtern und Stadtverwaltung sowie das aktuelle Team der Einrichtung. Für den Rahmen der Veranstaltung sorgte die Hauswirtschaftskraft mit einem liebevoll vorbereiteten Buffet.
Die Ukrainehilfe war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Baustein der Unterstützung für Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen mussten. In ihrer Rede erinnerte Tatjana Naumann, Geschäftsbereichsleitung Jugend und Soziales, an die dramatische Situation zu Beginn: „Vier Jahre Krieg bedeuten vier Jahre, in denen Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Viele von ihnen sind hier in Karlsruhe angekommen – und damit begann für uns eine Situation, auf die niemand vorbereitet war.“
Hilfe im Ausnahmezustand
Nur wenige Wochen nach Kriegsbeginn im Februar 2022 erhielt die damalige Geschäftsbereichsleitung Barbara Mehnert einen Anruf aus dem Dezernat 3 der Stadt Karlsruhe. Die Stadt brauchte kurzfristig Unterstützung bei der Unterbringung geflüchteter Menschen.
Zwischen dem Anruf und der Ankunft der ersten Geflüchteten lagen nur wenige Tage. Im Rathaus West entstand in kurzer Zeit aus einem leerstehenden Verwaltungsgebäude eine Unterkunft. Schlafplätze wurden eingerichtet, Versorgung organisiert und medizinische Unterstützung koordiniert. „Normalerweise plant man Angebote in der sozialen Arbeit sehr sorgfältig“, so Naumann. „Hier war es genau andersherum: Zuerst kam die Realität, und die Strukturen mussten danach entstehen.“
Während drinnen noch organisiert wurde, kamen draußen immer wieder neue Menschen an. Viele standen vor der Herausforderung, sich in einem neuen Land mit neuer Sprache und fremden Behörden zurechtzufinden.

Neben den hauptamtlichen Mitarbeitenden engagierten sich zahlreiche Ehrenamtliche. Viele Karlsruher*innen brachten Kleidung, Hygieneartikel und Spielzeug vorbei; Spenden wurden oft am Wochenende gemeinsam sortiert. Aus der anfänglichen Improvisation entwickelte sich nach und nach eine strukturierte Einrichtung mit klaren Abläufen, die später vom Rathaus West in die Steinhäuserstraße umzog.
Tatjana Naumann betonte, dass diese Ukrainehilfe nie das Werk Einzelner gewesen sei. Sie wurde getragen von Mitarbeitenden, Kolleg*innen aus anderen Bereichen und Ehrenamtlichen, die über Jahre Verantwortung übernommen haben.
Ein Kapitel geht zu Ende
Ursprünglich als kurzfristige Unterstützung gedacht, zeigt die vierjährige Dauer der Hilfe, wie lange der Krieg inzwischen bereits wütet. Am Ende der Veranstaltung wurde die Übergabe symbolisch sichtbar: Ein großer Schlüssel wurde stellvertretend an die Stadt Karlsruhe überreicht.
„Dass aus einer Übergangslösung mehrere Jahre wurden, zeigt die Härte dieses Krieges“, schloss Tatjana Naumann ihre Rede. „Aber es zeigt auch, was möglich ist, wenn Menschen bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“
Damit endet ein Kapitel, das für viele Beteiligte ein prägender Teil ihrer Arbeit war. Die Betreuung der Geflüchteten wird durch die Stadt Karlsruhe nahtlos fortgeführt.


