17.03.2026 / AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH

Die Ambulanten Jugendhilfen der AWO Karlsruhe sind in neue Räume in der Alten Gießerei 20 gezogen. Mit der Einweihung blickte das Team zugleich auf rund 20 Jahre sozialpädagogische Arbeit mit Familien und Jugendlichen in Durlach zurück. Zur Eröffnungsfeier begrüßte Einrichtungsleiter Daniel Clauß die Gäste. Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe, und Tatjana Naumann, Geschäftsbereichsleitung Jugend und Soziales, richteten Grußworte an die Anwesenden. Auch Roland Laue, Leiter Jugend und Soziales beim Stadtamt Durlach, überbrachte Grußworte der Stadt Karlsruhe.

Zwei Jahrzehnte Jugendhilfe in Durlach

Was 2006 als Pilotprojekt des Europäischen Sozialfonds (ESF) mit einer Mitarbeiterin, sechs Schulverweiger*innen und einem Raum im Luise-Rigger-Haus begann ist heute ein eigenes Sachgebiet mit 30 Mitarbeitenden. Jährlich begleitet das Team über 100 Familien und Jugendliche aus Durlach und dem angrenzenden Landkreis. Die Sachgebietsleitungen Daniel Clauß und Elwira Swientek koordinieren ein breites Angebotsspektrum dazu gehören zum Beispiel die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH), die Flexiblen Ambulanten Erziehungshilfen (FAE) oder Familientherapie zu Hause (FATZ). Diese Angebote greifen ineinander und ermöglichen eine passgenaue Unterstützung, die sich an den jeweiligen Lebenslagen der Familien orientiert. Als Teil des sozialtherapeutischen Kinder- und Jugendhilfeverbunds der AWO Karlsruhe können unterschiedliche Hilfen flexibel kombiniert und vorhandene Strukturen gezielt genutzt werden.

Jugendhilfe im Lebensumfeld der Familien

Die Problemlagen vieler Familien sind in den vergangenen Jahren komplexer geworden. Sucht, Armut, psychische Erkrankungen und Wohnungslosigkeit treten häufiger in Kombination auf. Gleichzeitig hat sich die aufsuchende Arbeit, die Unterstützung im direkten Lebensumfeld der Betroffenen, als besonders wirksam erwiesen. Der neue Standort in der Alten Gießerei 20 bietet mehr Raum für Beratung, Zusammenarbeit und Begegnung und schafft bessere Voraussetzungen für eine Jugendhilfe, die dort ansetzt, wo Menschen leben.

Ein besonderer Moment der Feier war der musikalische Beitrag eines jungen Mannes, der selbst einmal Klient der Ambulanten Jugendhilfe Durlach gewesen ist. Ein sichtbares Zeichen dafür, wie langfristig sozialpädagogische Beziehungsarbeit wirken kann.

„Jugendhilfe ist kein kurzfristiges Interventionsinstrument, sondern die Begleitung über entscheidende Lebensphasen hinweg. Dass heute ein ehemaliger Klient unsere Feier musikalisch begleitet, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gelungener Beziehungsarbeit. Erfolg misst sich bei uns nicht in Quartalszahlen, sondern in der Stabilität, die junge Menschen für ihren eigenen Weg gewinnen.“

Tatjana Naumann, Geschäftsbereichsleitung Jugend und Soziales, AWO Karlsruhe

Vernetzt im Stadtteil

Die Ambulante Jugendhilfe in Durlach ist eng mit dem Stadtamt Karlsruhe-Durlach, Schulen und Bezirksgruppen vernetzt. Diese Kooperationsstruktur ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Wirksamkeit. Die begleitende Ausstellung „Tragend.“ machte deutlich: Jugendhilfe ist mehr als Verwaltungshandeln. Sie steht für den gesellschaftlichen Anspruch, Kinder, Jugendliche und Familien auch in schwierigen Lebenssituationen nicht allein zu lassen.