20.05.2025 / AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH

Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe, schenkt einer Bewohnerin Kaffee beim Frühstück in einer modernen Senioreneinrichtung ein.

Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe unterstützt im Seniorenzentrum Berghausen die Kolleg*innen der Hauswirtschaft beim Frühstück und schenkt einer Bewohnerin Kaffee ein.

Pflege lebt von Nähe, Vertrauen und echter Begegnung. Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai haben Führungskräfte und Sachgebietsleitungen der AWO Karlsruhe einen Tag lang in den sechs Seniorenzentren und der Mobilen Pflege mitgearbeitet.

Der Geschäftsbereich Gesundheit und Pflege der AWO Karlsruhe umfasst rund 850 Mitarbeitende, die täglich für 1100 Bewohner*innen in den sechs Seniorenzentren, der Tagespflege sowie für Klient*innen der Mobilen Pflege und der drei Quartiersprojekte da sind.

Um 6.30 Uhr morgens standen Geschäftsführer Markus Barton und Timo Koch, Geschäftsbereichsleitung Gesundheit und Pflege, im Seniorenzentrum Berghausen bereits in den Wohnbereichen, um die Kolleg*innen bei der Frühschicht zu unterstützen. Auch in den anderen fünf Seniorenzentren, der mobilen Pflege und Betreuung sowie der Tagespflege Oberreut waren Führungskräfte und Sachgebietsleitungen im Einsatz:

  • Timo Koch: Seniorenzentrum Berghausen und Hanne-Landgraf-Haus
  • Nicole Meyer: Seniorenzentrum Grünwinkel, Seniorenzentrum Knielingen und Tagespflege Oberreut
  • Martin Höfer: Anna Leimbach Haus und Haus am Blumentor
  • Anna Kinghorne: Mobile Pflege und Betreuung (gemeinsam mit Pflegedienstleitung Bela Leko)

Sie alle packten mit an und kamen dabei mit Kolleg*innen und Bewohner*innen ins Gespräch.


Zurück in Berghausen: Was Pflegealltag wirklich bedeutet

Schon bei der Übergabe zu Beginn der Frühschicht wurde deutlich, wie viel Organisation und Verantwortung hinter einem normalen Pflegealltag stecken. Danach ging es ran an die Arbeit: Betten beziehen, Wäsche herrichten, Bewohner*innen bei der Morgenpflege begleiten. Markus Barton half beim Frühstück mit, schenkte Kaffee ein und reichte Brötchen. Ein kurzes Gespräch beim Kaffeeeinschenken, ein Lächeln beim Bettenmachen – Momente, die im Arbeitsplan nicht auftauchen und trotzdem nachwirken.

Markus Barton, selbst gelernter Heilerziehungspfleger, beobachtete an diesem Morgen mit Respekt, wie konzentriert, ruhig und zugleich zugewandt die Mitarbeitenden ihre Arbeit verrichten. Eine Bewohnerin sagte leise: „Die Pflege hier ist sehr gut. Ich wünschte nur, die Pflegekräfte hätten etwas mehr Zeit.“ Denn zwischen Medikamenten, Dokumentation und Handgriffen, die sitzen müssen, versuchen Pflegefachkräfte jeden Tag, den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Genau das ist die Arbeit – auch wenn es in keiner Statistik auftaucht.

Stimmen aus der Pflege

Timo Koch, Geschäftsbereichsleitung Gesundheit und Pflege legt gewaschene Wäsche in den Schrank einer Bewohnerin.

Trotz Handverletzung packte Timo Koch, Geschäftsbereichsleitung Gesundheit und Pflege, beim Frühdienst mit an und legt gewaschene Wäsche in den Schrank einer Bewohnerin.

Pflegefachkraft Dominik Bürzl weiß, wie Wertschätzung in der Pflege aussieht, auch wenn sie selten laut ist. Viele Bewohner*innen könnten sie nicht immer in Worte fassen, sagt er. Spürbar sei sie trotzdem. In einem Blick, in einer kleinen Geste oder in einem ehrlichen „Schön, dass Sie da sind.“ Was ihn ärgert: dass in der Öffentlichkeit oft nur die negativen Bilder vom Pflegeberuf hängen bleiben. Dabei werde hier jeden Tag Enormes geleistet, sowohl körperlich als auch fachlich und emotional.

Einrichtungsleiter Alexander Dreyer teilt diese Einschätzung: „Der Beruf ist über die Jahre schlecht geredet worden. Dabei ist es ein anspruchsvoller Beruf. Die eigentliche Herausforderung ist, sich jeden Tag neu anzutreiben und Spaß an dem zu haben, was man tut.“

Bürzl brachte es am Ende auf den Punkt: „Den Unterschied machen die Einrichtungsleitung und das Team.“ Genau das sei der Grund, warum Fachkräfte einer Einrichtung lange treu blieben. Im Geschäftsbereich Gesundheit und Pflege der AWO Karlsruhe arbeiten viele Kolleg*innen seit Jahren oder Jahrzehnten, das spricht für sich.

Auch Timo Koch, Geschäftsbereichsleitung Gesundheit und Pflege und selbst gelernter Altenpfleger, kennt diesen Alltag aus eigener Erfahrung: „Man ist nah an den Menschen und erlebt viel Dankbarkeit.“

Ein Dankeschön zum Tag der Pflege

Die AWO Karlsruhe hat den Tag der Pflege genutzt, um Danke zu sagen. Alle Kolleg*innen aus Pflege und Hauswirtschaft bekamen einen Thermosbecher überreicht. Dazu haben die Seniorenzentren ihren Teams mit eigenen Aktionen gedankt:

  • Anna Leimbach Haus: Pizza und Umtrunk
  • Seniorenzentrum Berghausen: Burger
  • Haus am Blumentor: Waffeln mit Erdbeeren und Sahne
  • Tagespflege Oberreut: gesunde Pause
  • Seniorenzentrum Grünwinkel: Pulled Pork
  • Seniorenzentrum Knielingen: Partybrezeln

Den Abschluss bildete ein Grillfest im Wohncafé im Rintheimer Feld für Kolleg*innen aus der mobilen Pflege, der Hauswirtschaft und den Quartieren. Organisiert und vorbereitet hatten den Nachmittag die Ehrenamtlichen, die dann gemeinsam mit allen feierten. Es wurde gegessen, gelacht und geredet. Ein passender Abschluss für einen Tag, der zeigt: Wertschätzung in der Pflege fängt im eigenen Team an.

Die Pflege braucht bessere Rahmenbedingungen

Was an diesem Tag immer wieder durchschien: Pflege und Hauswirtschaft sind mehr als Versorgung, sie sind anspruchsvoll, fachlich wie menschlich. Die Kolleg*innen brauchen Zeit für die Menschen. Zeit, die im Alltag oft fehlt, weil u.a. zu viel Bürokratie dazwischensteht.

„Wir brauchen parteipolitisch übergreifend endlich echte Reformen, allen voran beim SGB XI. Ohne bessere Rahmenbedingungen werden wir der Pflege nicht gerecht.“  Markus Barton, Geschäftsführer AWO Karlsruhe.

Was Pflege- und Hauswirtschaftskräfte Tag für Tag leisten, verdient mehr als einen Tag im Jahr. Es verdient Anerkennung, faire Rahmenbedingungen und vor allem: Zeit. Zeit für die Momente, die keine Statistik erfasst und die für die Menschen, die hier leben, alles bedeuten.

Eindrücke vom Tag der Pflege bei der AWO Karlsruhe

Bilder vom Tag der Pflege 2025 aus den Seniorenzentren, der mobilen Pflege und vom Grillfest im Wohncafé im Quartiersprojekt Rintheimer Feld:

Pressebeiträge zum Internationalen Tag der Pflege