25.06.2026 / AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH

Wie Kinder in der AWO Kita Pamina Nachhaltigkeit im Alltag lernen

Ein Mitarbeiter präsentiert einen Lernbaum mit Karten zu Jahreszeiten, Pflanzen und Tieren im Rahmen des Klimaspürnasen-Projekts in der Kita Pamina.

Florent Zimmermann, eine pädagogische Fachkraft der Kita Pamina, zeigt den gemeinsam mit den Kindern erarbeiteten Jahreszeiten-Baum: Welches Obst und Gemüse wächst wann.

Noch bevor der Morgenkreis in der bilingualen (deutsch-französischen) AWO Kita Pamina beginnt, kommt die Frage aus der Gruppe: „Wann singen wir wieder unser Erd-Lied?“ Einige Kinder rutschen bereits auf ihren Stühlen nach vorne, andere stimmen die ersten Zeilen einfach an. Seit fast einem Jahr beschäftigen sich die 17 Vorschulkinder hier mit Umwelt, Gesundheit und nachhaltigem Leben.

Möglich macht das das Präventionsprogramm „Klimaspürnasen – Gesundheit und Umwelt im Kindergarten“, das von der Stiftung Kindergesundheit am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt wurde und gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse umgesetzt wird. Die Kita Pamina gehört zu den ersten Einrichtungen in Baden-Württemberg, die das Konzept erproben. Die Themen wirken auf den ersten Blick groß für Fünfjährige: Wasser, Ernährung, Bewegung, Biodiversität und Konsum. In der Kita sind sie allerdings Teil des Kita-Alltags zwischen Frühstück, Garten und Gruppenraum. Die Kinder sprechen darüber, warum manche Lebensmittel lange Transportwege hinter sich haben, sie beobachten Pflanzen oder überlegen, wie oft man beim Händewaschen das Wasser einfach laufen lässt.

„Unsere Vorschulkinder haben bereits ein umfangreiches Programm. Mit den Klimaspürnasen wollten wir einen zusätzlichen Rahmen schaffen, in dem sie sich intensiv mit Zukunftsfragen beschäftigen können.“ Phillip Hinz, Leiter der Kita Pamina der AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH.

Dass daraus weit mehr geworden ist als ein reines Projekt im Gruppenraum, zeigt sich inzwischen auch zu Hause. Eltern berichten, dass die Kinder beim Einkaufen plötzlich auf Verpackungen achten oder am Abendbrottisch erklären, warum Bienen so wichtig sind.

Die Idee dahinter ist ebenso schlicht wie folgenreich: Verhaltensweisen entstehen früh:

„Im Kindergartenalter entwickeln sich viele Verhaltensweisen, die Menschen lange begleiten. Deshalb ist es wichtig, Kinder früh dabei zu unterstützen, achtsam mit ihrer Umwelt umzugehen und Verantwortung selbstverständlich zu erleben.“ Esther Marggrander, Geschäftsbereichsleitung Kindertagesstätten.

Arbeitsmaterialien des Klimaspürnasen-Projekts: Ein Ordner mit Bildkarten zu Natur und Jahreszeiten sowie Bastelutensilien auf einem Tisch in der Kita Pamina.

Das Materialpaket der Stiftung Kindergesundheit enthält Bildkarten, Praxishefte und Arbeitsmaterialien, unter anderem zum Thema Hitzeschutz: Was können Kinder tun, wenn es richtig heiß wird?

Auch pädagogisch ist das Programm fest verankert: Es greift mehrere Bildungs- und Entwicklungsfelder des baden-württembergischen Orientierungsplans auf, darunter Sprache, Denken, soziale Entwicklung sowie Körper und Gesundheit. Gleichzeitig knüpft es an das Leitprinzip der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an.

Wenn die Kinder der Kita Pamina heute „Ich mag die Erde“ singen, ist das deshalb weit mehr als nur ein Lied. Es zeigt, dass Nachhaltigkeit für die nächste Generation nichts Abstraktes bleiben muss, sondern von klein auf ganz selbstverständlich gelebt werden kann.

Tipp der Stiftung Kindergesundheit

Wer das Thema zu Hause weiterführen möchte: Die Mediathek der Stiftung Kindergesundheit bietet kurze Videos, Bewegungsfilme und Entspannungsgeschichten für Kinder:
Von der Pflanze auf den Teller – gesunde Snacks einfach selbst gemacht
Luca will auf Händen laufen – ein Film über Capoeira, Bewegung und Teamgeist
Reise durch den Wald – eine Entspannungsgeschichte zum Anhören