06.03.2026 / AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH

In einer Arbeitswelt, die sich fast nur noch über den schnellen Wechsel definiert, wirkt eine 33-jährige Betriebszugehörigkeit wie eine Nachricht aus einer anderen Zeit. Es ist eine Treue, die Seltenheitswert hat. Mit dem Abschied von Clarissa Simon endet bei der AWO Karlsruhe nun ein Kapitel, das länger währte als so manche politische Ära. Im Seniorenzentrum Anna Leimbach Haus kamen Weggefährt*innen, Kooperationspartner*innen und Arbeitskolleg*innen zusammen, um eine Frau in den Ruhestand zu begleiten, deren Name über drei Jahrzehnte untrennbar mit der Geschichte der AWO in Karlsruhe verknüpft war. 

Clarissa Simons Laufbahn war kein Zufallsprodukt, sondern ein Weg durch die Instanzen. Bevor sie Prokuristin wurde und die Geschäftsbereichsleitung für den Bereich Gesundheit und Pflege übernahm, lernte sie die AWO Karlsruhe aus den unterschiedlichsten Perspektiven kennen. Mit dieser Erfahrung und einer großen Entschlossenheit steuerte sie den Geschäftsbereich Gesundheit und Pflege durch die oft stürmischen Reformjahre der Pflegebranche, immer mit einem klaren Blick für das Machbare.

 

Respekt vor Lebensleistung

In den Reden des Abends wurde deutlich, dass hier mehr als nur eine Position neu besetzt wird. Monika Stock, Vorsitzende der AWO Karlsruhe, und Geschäftsführer Markus Barton würdigten eine Kollegin, die das Gesicht der Organisation über Jahrzehnte mitgeformt hat. Barton hob dabei besonders hervor, dass Simons Einsatzbereitschaft selbst auf der Zielgeraden nicht nachließ: Noch im letzten Jahr ihrer Dienstzeit steuerte sie die Übernahme zweier weiterer Seniorenzentren. Erich Weichsel, langjähriger früherer Geschäftsführer, und Barbara Mehnert, einstige Leiterin des Geschäftsbereichs Jugend und Soziales, ergänzten das Bild mit Worten aus langjähriger gemeinsamer Zusammenarbeit. Auch über die Grenzen der Organisation hinaus hinterlässt sie Spuren: Petra Spitzmüller, Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein, unterstrich die Bedeutung der langjährigen Kooperation. Mit der Übergabe an Nachfolger Timo Koch wurde der Stabwechsel in eine neue Generation vollzogen. Durch das Programm führte Martin Höfer, Sachgebietsleiter des Geschäftsbereichs Gesundheit und Pflege.

Das Programm des Abends setzte ganz persönliche Akzente:

Kreative Beiträge: Die Tanzgruppe „Belissima“, bestehend aus Fachkräften des Anna Leimbach Hauses, begeisterte das Publikum mit ihren Darbietungen.

Musikalische Überraschung: Als Sascha Hoenig seine Version von Kontra Ks ‚Erfolg ist kein Glück‘ anstimmte, sprang der Funke sofort auf die Gäste über. Der Altenpflegehelfer machte den Anfang für einen musikalischen Abend, bei dem auch der AWO-Chor glänzte – unter anderem mit einer ganz eigenen Interpretation von ‚Tage wie dieser‘. Den Abschluss machte traditionell das AWO-Karlsruhe-Lied, begleitet von einer Live-Band aus den eigenen Reihen, die an verschiedenen Instrumenten für den richtigen Sound sorgte.

Besondere Worte: Einen feierlichen und souveränen Akzent setzte Rudi Spieth vom Heimbeirat des Anna-Leimbach-Hauses: Er würdigte den Anlass mit einem professionell vorgetragenen, sehr schönen Gedicht zum Ruhestand.

Danach ging es für alle gemeinsam nach draußen: Ein Meer aus roten und weißen Luftballons stieg in den Himmel – ein stiller, schöner Moment, bevor das Buffet den gemütlichen Teil des Abends eröffnete. In entspannter Atmosphäre wurde gelacht, alte Anekdoten wurden ausgetauscht und ganz persönliche Abschiede gefeiert. Man spürte förmlich, wie der Trubel der letzten Dienstjahre langsam der Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt Platz machte.

Dass ein Fest dieser Größenordnung so reibungslos lief, war kein Zufall. Ein riesiges Dankeschön gebührt Mehret Yosef und Anja Lang aus dem Sekretariat, die im Hintergrund alle Fäden fest in der Hand hielten. Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig vom gesamten Team des Anna Leimbach Hauses unter der Leitung von Raja Sivandra.